Elektronische Patientenakte

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Die „Elektronische Patentenakte“ (ePA) ist eine für gesetzlich Krankenversicherte in Deutschland geplante Datenbank, in der Gesundheitsdaten wie Behandlungsdaten, elektronische Arztbriefe, verschriebene Medikamente oder auch bekannte Allergien einheitlich gespeichert werden sollen. In vielen anderen Ländern sind solche Datenbanken längst verfügbar, beispielsweise in Österreich seit 2014 („ELGA“).

Nachdem das „E-Health-Gesetz“ 2015 bereits den Grundstein für ihre Einführung legte, sind ab dem 1. Januar 2021 die Krankenkassen hierzulande nun verpflichtet, ihren Versicherten die Nutzung einer elektronischen Patientenakte (ePA) zu ermöglichen. Dies wurde im Rahmen des im Mai 2019 in Kraft getretenen Teminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) festgelegt.

Ziel ist, das entsprechende Gesundheitsdaten mit Zustimmung der Versicherten an einem zentralen digitalen Ort gespeichert werden, auf den sie selbst Zugriff haben und den auch Ärzte und andere Leistungserbringer einrichtungsübergreifend nutzen können, wenn die Patienten dem zustimmen.

Weitere Einzelheiten zur Nutzung der ePA soll das geplante Digitale-Versorgungs-Gesetz II (DVG II) regeln, ein Referentenentwurf hierfür wurde für den Januar 2020 angekündigt. Erwartet wird, dass darin bestimmte Kritikpunkte an den bisherigen Regelungen aufgegriffen werden: So sollten Patienten zunächst etwa nicht festlegen können, welche behandelnden Ärzte welche in ihrer ePA hinterlegten Daten einsehen dürfen.

Von der geplanten einheitlichen ePA zu unterscheiden sind elektronische Gesundheitsakten, die sowohl unabhängige Firmen als auch einige Krankenkassen schon seit einer Weile anbieten.

Erwarteter Nutzen

Von der Einführung einer einheitlichen ePA werden eine Reihe von Vorteilen erwartet, unter anderem diese:

  • Mehr verfügbare Informationen ermöglichen bessere Entscheidungen und damit auch eine bessere Behandlung.
  • Wichtige Daten stehen im Notfall schneller zur Verfügung.
  • Doppeluntersuchungen können vermieden werden, dadurch werde die Patienten selbst weniger belastet, unnötige zeitliche und finanzielle Aufwände werden vermieden.
  • Patienten selbst erhalten über entsprechende Apps oder Online-Angebote Einblick in für sie wichtige Behandlungsdaten. Die Transparenz nimmt zu.
  • Jeder Versicherte behält dabei die Kontrolle über seine eigenen Gesundheitsdaten.
Aktualisiert am 24. Januar 2020

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